Human Brands

Als kurze Projektarbeit in der Fachhochschule mussten wir uns kritisch mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen, dazu ein Projekt konzipieren und umsetzten.

Das Ergebnis ist "Human Brands" - eine Interaktive Installation die vorbeigehende Personen erkennt und ihre Gesichter durch Logos von Firmen ersetzt, die im Zusammenhang Datenschutz-rechtlicher Bedenken aufgefallen sind.

Umgesetzt wurde das Projekt als Processing-Script mithilfe der pFaceDetect Library von Bryan Chung.

Projekt-Abgabe-Text

Videoüberwachung ist die Beobachtung von Orten durch optisch-elektronische Einrichtungen sogenannten optischen Raumüberwachungsanlagen. Die Videoüberwachung nimmt immer neue Formen an. So zum Beispiel kann in England jedermann Live-Bilder von Überwachungskameras aus Läden anschauen und Detektiv spielen. Unter dem Titel „In jedem Fernsehsessel ein Spion“ beschreibt Kai Biermann auf Zeit Online das Projekt „Internet Eyes". Auf der Website des Projektes wird Verbrecherjagd zum Spiel und jeder zum Denunzianten gemacht. „Vom Sofa aus kann, wer will, Überwachungsvideos aus Geschäften auswerten.“ Doch damit werden nicht nur potentielle Verbrecher überwacht, sondern jeder, der die überwachten Läden betritt. In diesem Zusammenhang möchten wir in unserem Projekt zum einen darauf aufmerksam machen, dass der Einzelne keinen Einfluss mehr darauf hat, wann er gefilmt wird und was mit den Bildern passiert. Wir geben jedem Gefilmten seine Anonymität. Im speziellen Fall der Überwachungskameras behalten somit auch Verbrecher ihre Anonymität. Diese Nicht-Identifizierbarkeit erreichen wir allerdings nur durch die Überblendung des Gesichtes mit einem Logo. Im Buch „No Logo!?“ verdeutlicht die Kanadierin Naomi Klein, wie Konzerne mit Logos und Marken immer dominanter im öffentlichen Raum werden. „Levi’s mietet sämtliche Werbeflächen und Hausfassaden eines Stadtteils von Toronto und plakatiert für Jeans, RUN-DMC rappt „My Adidas" und ein Jugendlicher wird vom Unterricht ausgeschlossen, weil er am ausgerufenen „Coke-Day" der örtlichen Schule mit einem Pepsi-Shirt zum Unterricht erscheint.“ Die heutige Gesellschaft wird oft als Markengesellschaft bezeichnet. Darauf soll in unserem Projekt das Logo auf  dem Gesicht weisen. Der Mensch selbst als Individuum zählt nicht mehr. Für unser Projekt haben wir keine zufälligen Firmen-Logos ausgewählt, sondern nur Logos von Unternehmen, die mit einen Datenschutzproblem in den Schlagzeilen waren. Nur durch Verdeckung des eigenen Gesichts lässt sich die Individualität und Markenfreiheit wieder herstellen. 

Human Brands Promo-Video

Projektpartner: